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Werner Kretz - Sachverständiger
Von der IHK Koblenz öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Grundstücken und Gebäuden.
Von der DIAZert Consulting AG an der Universität Freiburg seit 2018 zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung.

News und Tipps:

Der zukünftige Immobilienmarkt, beeinflusst durch die EURO-Finanz- und Schuldenkrise

- Aus meiner Sichtweise als Immobilien-Sachverständiger - Mit Beginn der im Herbst 2008 aufgetretenen Finanzkrise, ausgelöst durch die ...
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News und Tipps

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23. April 2011

Der zukünftige Immobilienmarkt, beeinflusst durch die EURO-Finanz- und Schuldenkrise

- Aus meiner Sichtweise als Immobilien-Sachverständiger -


Mit Beginn der im Herbst 2008 aufgetretenen Finanzkrise, ausgelöst durch die Lehman-Bankpleite in USA, hat sich eine tiefe Verunsicherung bei allen Bürgern gebildet, die ihr Erspartes bei Banken und Sparkassen angelegt haben.

Durch die extrem niedrigen Zinsen, die für Spareinlagen gewährt werden und durch die mittlerweile aufkommende Inflation, muss der Sparer zusehen, wie sein Geldvermögen kontinuierlich auf Dauer abnimmt.

Hierzu schreibt das Nachrichten-Magazin „Focus“ in seiner Ausgabe vom 07.02.2011 mit dem Titel „Inflation - jetzt wird’s teuer!“, dass nach der offiziellen Statistik die Inflationsrate im Januar 2011 bei
2,0 % gelegen hätte, jedoch mittlerweile die Geldentwertung in Wirklichkeit bei etwa 5 % liegt.
Der Grund hierfür liegt darin, dass in der offiziellen Statistik rd. 700 Waren und Dienstleistungen enthalten sind, die von den Haushalten nur sehr selten gekauft werden.
Jeder spürt es doch empfindlich, dass die täglich benötigten Produkte wie Brot, Gemüse, Fleischwaren, usw., sich stark verteuert haben.

Zu dieser schleichenden Geldentwertung kommt mittlerweile noch hinzu (obwohl sich die Wirtschaft erholt hat), dass zu der Finanzkrise noch eine Schuldenkrise hinzugekommen ist, die mittlerweile so gigantisch ist, dass sie auch von unseren Kindern und Kindeskindern nicht mehr zu bewältigen sein dürfte.

Allein die deutsche Staatsverschuldung, die bis vor wenigen Monaten bei € 1.700.000.000.000 lag, ist in den letzten Monaten u. a. durch die Rettung der Hypo-Real-Estate-Bank und der Westdeutschen Landesbank auf astronomische € 2.080.000.000.000 angestiegen.

Selbst bei dieser schwindelerregenden Summe meint offenbar die Bundesregierung noch, marode Staaten, wie Griechenland und Irland, sowie weitere Wackelkandidaten, wie Portugal, Spanien und Italien, mit mehreren Hundert Milliarden Euro retten zu müssen.

Gerade an dem, am 24.03.2011 gefassten Beschluss der Finanzminister der EURO-Staaten wurde der permanente Euro-Rettungsfonds für die Zeit ab 2013 auf ein Volumen von fünfhundert Milliarden Euro aufgestockt.

Damit kann dieser künftige Fonds maroden Staaten diese Summe zur Verfügung stellen und ist damit genauso groß, wie der im Mai 2010 aufgespannte befristete Rettungsfonds.

Diese sog. „Rettung“ wurde deshalb so schnell durchgewunken, weil deutsche und französische Banken mit mehreren Hundert Milliarden Euro Gläubiger dieser Länder sind und als „systemrelevant“ bezeichnet wurden.

Mit dem Begriff „systemrelevant“ wird hier eindeutig ein Kollaps deutscher und französischer Banken dadurch verhindert, dass diese Banken als Kreditgeber hohe Zinsen von den Schuldnerländern kassieren, von den Risiken jedoch durch die „Sozialisierung“ der Schulden völlig befreit werden. Durch die sehr niedrige Eigenkapitaldecke deutscher und französischer Banken haften die Banken mit ihren Anteilseignern nur mit einer minimalen Summe.

Die hohen Zinsen und die verordneten Sparbeschlüsse für die Schuldnerländer machen es jedoch gerade für diese unmöglich, hohe Wachstumsraten zu erzielen und damit ihre Schulden zu minimieren.

Vielmehr geraten die Schuldnerländer immer tiefer in den Schuldensumpf. Für Griechenland rechnen Experten angesichts der ausufernden Zinsen am Kapitalmarkt damit, dass nur das für Griechenland geschnürte Rettungspaket von € 110.000.000.000 in den nächsten Monaten deutlich erhöht werden muss. Auch Irland benötigt weitere € 24.000.000.000 zusätzlich, damit 4 irische Banken nicht in Schieflage geraten.

Auch ist jetzt amtlich, das Portugal sich unter den Euro-Rettungsschirm stellen wird mit einem Betrag von ca. 80 bis 90 Milliarden Euro.

In Fachkreisen ist es die einhellige Meinung, das selbst Spanien, Italien und  vielleicht sogar Frankreich ihren Rückstand in der Wettbewerbsfähigkeit nicht beseitigen können und diese Länder über kurz oder lang Finanzhilfen benötigen und fordern. Somit ist der Weg in die Schuldenunion frei.

Somit droht den Schuldnerländern unweigerlich trotz aller Hilfen die Insolvenz.
Damit ist der deutsche Steuerzahler Hauptbürge für einen Schuldenberg, der in seiner Höhe noch nicht abzuschätzen ist. Es ist absolut unmöglich, dass Griechenland, Irland und Portugal die Milliarden-Kredite aus den EU-Rettungstöpfen jemals voll zurückzahlen können.
Die Bundesbürger werden somit für Generationen belastet.

Wenn nun letztendlich Deutschland für den größten Teil aller Schulden aufkommen soll, wird sich die deutsche Staatsverschuldung noch weiter erhöhen und die Frage sei erlaubt, wer dann den deutschen Schuldenberg abzutragen hat.

Obwohl in den letzten Jahrzehnten die deutsche Wirtschaft mit wenigen Rückschlägen überwiegend hohe Wachstumsraten vorzeigen konnte, haben es unsere politisch Verantwortlichen nicht fertig gebracht, den Schuldenstand zurückzufahren, sondern immer noch durch weitere Neuverschuldungen den Schuldenberg weiter angehäuft.

Jeder Politiker erklärt uns, dass die hohe Staatsverschuldung in den nächsten Jahren mit noch höheren Wachstumsraten abgebaut werden würde, nur, wo sollen diese Wachstumsraten herkommen?
Gerade der seit Monaten anziehende Ölpreis wird alle Wachstumsraten in den nächsten Jahren stark minimieren. Dies wird uns jetzt vor Augen geführt an dem Bürgerkrieg in Libyen und den Spritpreisen, die noch nie so hoch waren.

Wir werden daher in den nächsten Jahren mit steigenden Inflationsraten leben müssen und dies ist, so widersinnig es klingt, von unseren Politikern gewollt, da mit hohen Inflationsraten die Staatsverschuldung abnimmt.

Sollte dies dann zu irgendeinem Zeitpunkt die Staatsverschuldung nicht spürbar einschränken, so kann sich der Staat nur durch eine Geldentwertung, sprich einen Kapitalschnitt, seiner Schulden entledigen.
Ob dann unsere Währung EURO oder DM heißt ist belanglos; alle Sparguthaben werden mit irgendeinem Verhältnis zurückgeschrieben.

Somit erhebt sich für jeden die Frage: „Wie rette ich mein Geld?“.


Zu dieser Einsicht ist z. B. auch ein früherer prominenter Befürworter des EURO gekommen, der heute zum schärfsten Gegner geworden ist. Es handelt sich um Herrn Hans-Olaf Henkel, den früheren Chef der IBM Deutschland und dem ehemaligen Präsidenten des „Bundes der Deutschen Industrie“.

In seinem neuesten Buch „Rettet unser Geld!“ prangert er u. a. an, dass in einer Nacht- und Nebel-Aktion die Regel außer Kraft gesetzt wurde, wonach ein EURO-Land nicht für die Schulden eines anderen aufkommen muss.

Herr Henkel zieht für sich daraus den Schluss, dass er sein Vermögen in Sachwerte-und hier speziell in Immobilien- umschichtet und dafür, wie er schreibt, sich sogar „maximal verschulden wird“.


Was bedeutet dies nun für den Deutschen „Normalbürger“?

Grundsätzlich gilt bei einem Immobilienkauf immer noch die Immobilien-Regel:
„Lage, Lage, Lage“.

Durch die permanent steigenden Energiekosten und die sich ständig verschärfenden Energie-Einsparverordnungen des Gesetzgebers kommt zu dem Kriterium der „Lage“ noch die „Energieeffizienz“ hinzu.

Auch sollte der Immobilienerwerber als Kapitalanleger und/oder Eigennutzer Konzeption und Ausstattung beachten.
So ist es gerade im fortgeschrittenen Alter wichtig, wenn ein „barrierefreies Wohnen“ möglich ist. Auch sollte der Erwerber auf eine bodentiefe Dusche und sichere und leicht bedienbare technische Einrichtungen Wert legen.

Bei der Entscheidung ob eher ein Altbau oder ein Neubau anzuraten ist, rate ich eher zu einem Neubau.

Wenn auch ein Neubau entsprechend mehr kostet als ein Altbau, so ist der Werteerhalt oder eine Wertsteigerung eher gegeben als beim Altbau, wo Umbaumaßnahmen zur effizienten Energieeinsparung und zum gewünschten Wohnkomfort immer mit hohen Kosten und vielfach mit Unwirtschaftlichkeit verbunden sind.


Fazit der ganzen Misere:


- Entgehen Sie den Folgen der Inflation oder Geldentwertung -

- Investieren Sie in Wohnungseigentum -

- Achten Sie bei Erwerb auf:  
    · Lage
    · Energieeffizienz
    · Barrierefreiheit
    · Komfort
    · Sicherheit



Ihr Werner Kretz
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